Leerstand kostet, jeden einzelnen Tag
Jeder Tag, an dem eine Wohnung leer steht, kostet Geld. Nicht nur die entgangene Miete, sondern auch laufende Nebenkosten, Hausgeld und der Aufwand für die Vermarktung summieren sich. Für Vermieter mit mehreren Einheiten kann das schnell zu einer erheblichen Belastung werden.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich die Vermietungszeit deutlich verkürzen. Nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch eine Kombination aus besserer Präsentation, realistischer Preisgestaltung und strukturierter Vermarktung.
Die folgenden acht Strategien haben sich in der Praxis bewährt. Sie sind keine Garantie für eine sofortige Vermietung, aber sie reduzieren typische Reibungspunkte, die den Prozess unnötig verlängern. Ergänzend empfehlen wir unseren Beitrag zum Thema Leerstand reduzieren und Mietwohnungen aufwerten.
Strategie 1: Professionelle Fotos als Grundlage
Die Bildqualität ist der wichtigste einzelne Faktor für den ersten Eindruck. Smartphones liefern heute zwar gute Qualität, aber ohne die richtige Perspektive, Beleuchtung und Vorbereitung bleiben die Ergebnisse oft hinter den Möglichkeiten zurück.
Worauf Sie achten sollten
- Fotografieren Sie bei Tageslicht und schalten Sie alle Lampen zusätzlich ein
- Wählen Sie Perspektiven aus den Raumecken für maximale Tiefenwirkung
- Räumen Sie persönliche Gegenstände, Putzmittel und Kleinkram weg
- Zeigen Sie die wichtigsten Räume: Wohnbereich, Küche, Bad, Schlafzimmer
- Fotografieren Sie auch Balkon, Keller oder Garten, wenn vorhanden
Für Makler und Hausverwaltungen mit regelmäßigem Bedarf kann es sich lohnen, eine standardisierte Foto-Checkliste zu entwickeln, die bei jedem Objekt abgearbeitet wird.
Strategie 2: Leere Räume mit virtuellem Staging aufwerten
Leerstehende Wohnungen haben ein grundsätzliches Problem: Den meisten Interessenten fällt es schwer, sich die Nutzung eines leeren Raums vorzustellen. Ein leeres Wohnzimmer wirkt kleiner, kälter und weniger einladend als ein möbliertes.
Virtuelles Staging kann hier einen erheblichen Unterschied machen. Dabei werden die leeren Räume digital mit passenden Möbeln und Dekoration ausgestattet. Das Ergebnis sind Bilder, die Interessenten eine konkrete Vorstellung davon geben, wie ihr zukünftiges Zuhause aussehen könnte.
Die Kosten dafür sind überschaubar: Bei Exposely beginnen die Preise bei 2 Euro pro Bild im Einzelmodell. Wer regelmäßig Wohnungen vermarktet, kann mit dem Starter-Plan für 19 Euro pro Monat oder dem Pro-Plan für 49 Euro pro Monat arbeiten. Für Hausverwaltungen mit größerem Bestand bietet der Business-Plan für 99 Euro pro Monat ein entsprechendes Kontingent. Und wer es erst einmal testen möchte, kann mit 3 kostenlosen Bildern pro Monat starten.
Wichtig dabei: Virtuell möblierte Bilder müssen immer als Visualisierung gekennzeichnet werden. Das ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern eine rechtliche Pflicht. Formulierungen wie "Virtuell möblierte Ansicht zur Veranschaulichung" sind einfach und klar.
Strategie 3: Den richtigen Mietpreis ansetzen
Ein zu hoher Mietpreis ist einer der häufigsten Gründe für langen Leerstand. Natürlich möchte jeder Vermieter die bestmögliche Miete erzielen. Aber ein Monat Leerstand bei einer Wohnung mit 1.000 Euro Kaltmiete bedeutet 1.000 Euro Verlust. Wenn eine Mietpreissenkung von 50 Euro die Vermietung um zwei Monate beschleunigt, ist die Rechnung eindeutig.
So finden Sie den richtigen Preis
- Vergleichen Sie aktuelle Angebote in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft
- Berücksichtigen Sie den tatsächlichen Zustand der Wohnung
- Prüfen Sie den lokalen Mietspiegel
- Beachten Sie ggf. die Mietpreisbremse in Ihrem Gebiet
- Kalkulieren Sie die Kosten des Leerstands gegen eine leicht niedrigere Miete
Ein realistischer Preis führt zu mehr Anfragen, besserer Auswahl und schnellerer Entscheidung.
Strategie 4: Das Inserat optimieren
Viele Vermieter unterschätzen die Bedeutung des Inseratstextes. Neben den Pflichtangaben sollte ein gutes Inserat auch die Stärken der Wohnung hervorheben, die Zielgruppe ansprechen und häufige Fragen vorwegnehmen.
Elemente eines guten Inserats
- Aussagekräftiger Titel: Nicht "3-Zimmer-Wohnung" sondern "Helle 3-Zimmer-Wohnung mit Südbalkon in ruhiger Lage"
- Strukturierte Beschreibung: Objektbeschreibung, Ausstattung, Lage, Sonstiges
- Alle Pflichtangaben: Energieausweis, Nebenkosten, Kaution, Bezugstermin
- Klare Kontaktinformation: Erreichbarkeit und bevorzugter Kontaktweg
- Vollständige Bildergalerie: Mindestens 8 bis 12 Bilder in guter Qualität
Häufige Fehler
- Zu wenige oder unscharfe Bilder
- Fehlende Angaben zu Nebenkosten oder Kaution
- Keine Information zum frühestmöglichen Einzugstermin
- Tippfehler und unstrukturierter Text
Strategie 5: Das richtige Timing nutzen
Der Mietmarkt hat saisonale Schwankungen. In den meisten deutschen Städten ist die Nachfrage im Frühjahr und frühen Herbst am höchsten. Familien suchen vor dem Schuljahr, Studenten vor dem Semesterstart, Berufstätige häufig zum Quartalsbeginn.
Wenn möglich, planen Sie den Vermarktungsstart so, dass er in eine nachfragestarke Phase fällt. Natürlich lässt sich der Zeitpunkt nicht immer frei wählen, aber wenn Sie Spielraum haben, nutzen Sie ihn.
Wochentag und Uhrzeit beachten
Inseratportale zeigen neue Angebote oft chronologisch an. Ein Inserat, das am Sonntagabend oder Montagmorgen veröffentlicht wird, erhält in der Regel mehr Aufmerksamkeit als eines am Freitagabend.
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Strategie 6: Die Wohnung besichtigungsfertig machen
Auch bei Mietwohnungen gilt: Der Zustand bei der Besichtigung prägt den Eindruck nachhaltig. Kleine Maßnahmen können einen großen Unterschied machen:
- Sauberkeit: Fenster putzen, Böden wischen, Fugen reinigen
- Geruch: Gut lüften, keine Lufterfrischer (die wirken oft kontraproduktiv)
- Licht: Alle Lampen einschalten, Vorhänge öffnen
- Temperatur: Angenehme Raumtemperatur, auch im Winter heizen
- Reparaturen: Klemmende Türen, tropfende Wasserhähne, lockere Steckdosen vorher beheben
Bei leerstehenden Wohnungen kann es sinnvoll sein, zumindest den Wohnbereich minimal zu möblieren. Wenn das physisch nicht möglich ist, helfen virtuell möblierte Bilder im Exposé, den Interessenten vor der Besichtigung eine Vorstellung zu geben.
Strategie 7: Effiziente Interessentenauswahl
Eine schnelle Vermietung bedeutet nicht, den ersten Interessenten zu nehmen. Es bedeutet, den Auswahlprozess so zu strukturieren, dass Sie schnell die passenden Kandidaten identifizieren.
Vorqualifizierung
- Formulieren Sie im Inserat klar, welche Unterlagen Sie erwarten
- Bitten Sie um eine kurze Selbstauskunft bei der Kontaktaufnahme
- Filtern Sie Anfragen nach Ernsthaftigkeit und Passung
Besichtigungstermine bündeln
- Sammelbesichtigungen sparen Zeit, wirken aber unpersönlich
- Einzeltermine im 20-Minuten-Takt bieten einen guten Kompromiss
- Planen Sie Besichtigungstage gezielt ein, statt auf Einzelanfragen zu reagieren
Entscheidung nicht unnötig hinauszögern
Wenn ein passender Mieter gefunden ist, handeln Sie zügig. Langwierige Entscheidungsprozesse führen dazu, dass gute Kandidaten abspringen.
Strategie 8: Portalstrategie überdenken
Nicht jedes Portal passt zu jeder Wohnung. Prüfen Sie, wo Ihre Zielgruppe tatsächlich sucht:
- ImmoScout24 und Immowelt decken den breitesten Markt ab
- eBay Kleinanzeigen funktioniert oft gut für günstigere Wohnungen und WG-Zimmer
- Regionale Portale können in bestimmten Städten überdurchschnittlich gut funktionieren
- Social Media wird zunehmend relevant, besonders für jüngere Zielgruppen
Inserat regelmäßig aktualisieren
Portale bevorzugen aktive Inserate. Aktualisieren Sie Bilder, Texte oder Konditionen regelmäßig, um in den Suchergebnissen sichtbar zu bleiben.
Wie virtuelles Staging speziell bei Mietwohnungen hilft
Mietwohnungen werden häufiger im leerstehenden Zustand vermarktet als Eigentumswohnungen. Der Grund: Die Vormieter sind ausgezogen, und die Wohnung steht leer, bis der neue Mieter einzieht. Genau in dieser Phase sind die Fotos am wichtigsten und gleichzeitig am schwierigsten.
Virtuelles Staging löst dieses Problem, ohne dass physische Möbel organisiert werden müssen. Der Aufwand beschränkt sich auf das Hochladen der Fotos und die Auswahl eines passenden Stils. Innerhalb weniger Minuten entstehen Bilder, die die Wohnung in einem attraktiven, aber realistischen Licht zeigen.
Für Hausverwaltungen mit regelmäßigem Mieterwechsel kann das den Vermarktungsprozess spürbar beschleunigen. Statt bei jedem Auszug die gleiche Herausforderung mit leeren Räumen zu haben, steht ein skalierbarer Prozess zur Verfügung.
Fazit: Schneller vermieten durch weniger Reibung
Es gibt keinen einzelnen Trick, der die Vermietungszeit garantiert halbiert. Aber die Kombination aus professionellen Bildern, realistischem Preis, gutem Inserat und strukturiertem Prozess macht in der Summe einen erheblichen Unterschied.
Moderne Tools wie virtuelles Staging können dabei helfen, die Qualität der Vermarktungsunterlagen zu verbessern, ohne den Aufwand wesentlich zu erhöhen. Wie Sie auch ohne aufwendige Renovierung den Auftritt Ihrer Wohnungen verbessern, zeigt unser Beitrag Mietwohnung attraktiver machen ohne Renovierung. Entscheidend bleibt aber die Bereitschaft, den eigenen Vermarktungsprozess ehrlich zu analysieren und dort zu verbessern, wo die größten Reibungspunkte liegen.
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